EfI-NRW – aktuelle Situation

Das Land Nordrhein-Westfalen war im Bundesmodellprogramm „Erfahrungswissen für Initiativen“ in den Jahren 2002 – 2006 mit sechs Standorten vertreten. Zu den im Bundesmodellprogramm geförderten Kommunen sind im Rahmen der zweimaligen Landesförderung in NRW von 2007 – 2009 und von 2010 - 2012 achtzehn weitere Kommunen hinzugekommen. Insgesamt wurden in dieser Zeit knapp 1000 seniorTrainerInnen qualifiziert.

Mit dem Wegfall der Landesförderung Im Jahr 2012 wurde das Programm in den einzelnen Kommunen in Nordrhein-Westfalen sehr unterschiedlich fortgeführt, teilweise aber auch komplett beendet. Nach einer von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein 2014 in Auftrag gegeben Studie wurde in einer Auswertungstagung im Februar 2015 festgestellt, dass zu diesem Zeitpunkt noch insgesamt siebzehn Anlaufstellen in NRW aktiv waren, wobei das Leistungsangebot sich unterschiedlich entwickelt hatte. Träger der Anlaufstellen waren dabei sowohl Kommunen als auch Wohlfahrtsverbände und EfI-Selbstorganisationen. Nach heutigem Stand hat sich die Zahl der Standorte für das Programm gegenüber früher halbiert: Heute gibt es noch in 12 Kommunen in NRW unterschiedlich intensive EfI-Aktivitäten, teilweise in gleichem Umfang wie früher, teilweise auch mit einem reduzierten Angebot.

Bis zur Landtagswahl in 2017 waren in NRW die Zuständigkeiten für Bürgerschaftliches Engagement in zwei Ministerien verortet, im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA). Beide Ministerien hatten keine gemeinsame Vorstellung von der Gestaltung des Bürgerschaftlichen Engagements in NRW, zumal die Ministerinnen unterschiedlichen Parteien angehörten. Gespräche mit dem MGEPA, zuständig für diese Fragestellungen bei älteren Menschen waren schwierig und führten zu keinem Ergebnis, zumal kein wirkliches Interesse an einer Weiterentwicklung dieses Bereiches für ältere Menschen erkennbar war. Gespräche im Jahr 2016 über die Möglichkeit der Finanzierung von Koordinationsaufgaben für die in 13 Kommunen aktiven Anlaufstellen für das seniorTrainerInnen-Programm verliefen ohne Ergebnis.

Nach der Landtagswahl 2017 wurden die Ministerien neu geordnet und Aufgaben neu zugewiesen. Seither gibt es in der Staatskanzlei, unmittelbar dem Ministerpräsidenten nachgeordnet, die neue Funktion der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, ausgeübt durch Andrea Milz. Damit gewinnen diese beiden Themen eine größere Bedeutung auf der Landesebene. Wie zu hören ist, plant die Staatskanzlei des Landes NRW unter der Leitung von Staatssekretärin Andrea Milz große Schritte in der Förderung des ehrenamtlichen Engagements. So ist die Entwicklung einer Engagemenstrategie für das Land NRW vorgesehen, wozu bereits einige Absprachen und Vorbereitungen getroffen sein sollen. Über den näheren Inhalt ist noch nichts bekannt. Es muss abgewartet werden, ob dies auch für den Themenbereich „Qualifizierung von älteren Menschen für das Ehrenamt“, wie z.B. das Programm der seniorTrainerIn – Erfahrungswissen für Initiativen (EfI) NRW - so sein. Und natürlich interessiert auch, ob dafür dann auch finanzielle Mittel in ausreichender Form zur Verfügung gestellt werden.

Für den Deutschen Seniorentag in Dortmund vom 28. bis 30. Mai diesen Jahres wurden alle noch aktiven Anlaufstellen und Initiativen in NRW erneut angeschrieben mit der Bitte, aktuelle Informationen zum seniorTrainer-Programm in der jeweiligen Kommune abzugeben, um einen aktuellen Überblick über die Aktivitäten in NRW zu bekommen. Gleichzeitig wurden sie auf die gute Möglichkeit hingewiesen, den Deutschen Seniorentag dafür zu nutzen, für die Teilnahme an einer geplanten Qualifizierung am eigenen Standort zu werben. Es ist nämlich zu erwarten, dass der Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Deutschen Seniorentag aus Nordrhein-Westfalen kommen werden. Der eine und die andere seniorTrainerin aus NRW werden dann zusätzlich am Stand der BAGsT (Halle 3B, Stand A09) zu Gesprächen mit Interessenten zur Verfügung stehen.

Karsten Gebhardt, seniorTrainer aus Bielefeld

April 2018